2. (Post-)Digitale Kreativität – Kolloborative und hybride Medienpraktiken von Kindern und Jugendlichen


Vor dem Hintergrund des selbstverständlichen Aufwachsens mit und in digitalen Kulturen sind die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen grundlegend (post-)digital. Strukturen, die sich aus Digitalisierungsdynamiken ergeben haben, strukturieren bzw. restrukturieren auch nicht-digitale, also nicht unmittelbar technische Lebensvollzüge (Cramer 2014; Stalder 2016). Unter diesen Bedingungen verändern sich für Kinder und Jugendliche die Bedingungen kultureller Bildung und Teilhabe maßgeblich. Das Digitale ist für sie eine unhintergehbare Bedingung ihres Alltages – ein permanentes Hintergrundrauschen (Jörissen/Carnap/Schröder 2020). In Folge erscheint in (post-)digitalen Formen kreativer Praxis die ästhetische Expertise hybrid und kolloborativ. Anhand von Beispielen werden wir in der Session gemeinsam ausloten, auf welche Weise sich kreative Praktiken mit digitalen Technologien und Anwendungen verschränken. Im Anschluss diskutieren wir, wie sich gewohnte institutionalisierte wie etablierte Grenzen auflösen, oder aber im Kontext vernetzter Praktiken neu gerahmt werden können.

  • Cramer, F. (2014): What is ‘Post-digital’?, APRJA, 3 (1): 10–25.
  • Jörissen, B./ Schröder, K./Carnap, A. (2020): Postdigitale Jugendkultur: Kernergebnisse einer qualitativen Studie zu Transformationen ästhetischer und künstlerischer Praktiken. In: Timm. S. et al. (Hrsg): Kulturelle Bildung: Theoretische Perspektiven, methodologische Herausforderungen, empirische Befunde. Münster u. New York: Waxmann, S. 61-78.
  • Stalder, F. (2016): Kultur der Digitalität, Berlin: Suhrkamp.

 

Referentin: Viktoria Flasche

Viktoria Flasche forscht, lehrt und promoviert am Lehrstuhl für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Kultur und Ästhetische Bildung an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg. Dort betreute sie die qualitativen Teilprojekte in den BMBF geförderten Forschungsverbünden zu mehrtägigen musikpädagogischen Interventionen (Memu-In, 2016-2019) und postdigitalen kulturellen Jugendwelten (DiKuJu, 2016-2019). Aktuell erforscht sie Prozesse der Digitalisierung und Praktiken der kulturellen Bildung in peripheren Räumen im Rahmen des BMBF geförderten Projektes BiDiPeri (2019-2022). Sie ist Mitglied im DFG-Netzwerk “Transformative Bildlichkeit” (2019-2022). Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Jugendforschung mit dem Fokus auf Subjektivierungsprozesse – insbesondere im Hinblick auf Social Media – und rekonstruktiven Ansätze der Sozial- und Kunstwissenschaft.