Save the date: “Kinder Rechte Medien” 14. Interdisziplinäre Tagung am 30.11.2018 in München

Die diesjährige Interdisziplinäre Tagung über das Heranwachsen in mediatisierten Lebenswelten rückt Kinderrechte in ihrer Bedeutung für das Medienhandeln von Heranwachsenden und ihre Begleitung durch Erziehung und Schutz in den Fokus. Im interdisziplinären Diskurs geht sie der Frage nach, wie Kinderrechte das Verhältnis von Kindern und Medien prägen.

Veranstaltungsort ist wieder die Bayerische Landeszentrale für neue Medien. Veranstalter sind dieses jahr neben dem JFF und der BLM, das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) und das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales.

Weitere Informationen folgen hier im Blog.

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Das „Kinderspiel in digitalen Lebenswelten” stand am 1.12.2017 im Fokus der 13. Interdisziplinären Tagung

Im Fokus der IdT17 stand das Kinderspiel in seiner zentralen Bedeutung für die kindliche Entwicklung und wie sich das Kinderspiel in digitalen Lebenswelten wandelt. Das “digitale” Spielen ist längst aus dem Computer herausgetreten und verschränkt sich mit Spielformen in der “realen” Welt. Mit digitalem Spielzeug, Beamerinstalationen etc. ziehen digitale Dinge auch in das Kinderspiel ein. Angesichts der zentralen Bedeutung, die das das Kinderspiel für die Entwicklung in vielen Bereichen hat, stellen sich eine Reihe von Fragen: Was bedeutet diese Entwicklung für das Kinderspiel? Inwiefern ergeben sich für Kinder pder pädagogische Fachkräfte neue kreative Gestaltungsmöglichkeiten? Inwiefern ist die Sorge berechtigt, dass die digitalen Dinge die Entwicklung von Kreativität beeinträchtigen? Welche Bildungspotenziale liegen im analogen und digitalen Spiel?

Das Programm brachte u.a. kulturwissenschaftliche, frühpädagogische und medienpädagogische Perspektiven auf den Wandel Spiels und des Kinderspiels zusammen. Details zum Programm sind hier im Blog veröffentlicht.

Die IdT17 wurde vom JFF gemeinsam mit der BLM und dem Bayerischen Sozialministerium veranstaltet.

Veranstaltungsort ist die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM), Heinrich-Lübcke-Straße, 81737 München

Wie ändert sich das Kinderspiel in digitalen Lebenswelten?

Kurzbericht zur ausgebuchten Interdisziplinären Fachtagung von JFF und BLM

(Foto Marko Junghänel)

Wie ändert sich das Kinderspiel in digitalen Lebenswelten? Diese Frage stand im Fokus der 13. Interdisziplinären Fachtagung am 1. Dezember, zu der mehr als 150 Teilnehmer_innen in die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) gekommen waren. Expert_innen aus Forschung und Praxis diskutierten fachübergreifend das Thema „Kinderspiel in digitalen Lebenswelten“. Seit dreizehn Jahren initiiert die BLM gemeinsam mit dem JFF – Institut für Medienpädagogik den interdisziplinären Diskurs über das Heranwachsen in mediatisierten Lebenswelten. Die Tagung wurde gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration (StMAS).

Prof. Dr. Frank Fischer (Vorsitzender des JFF e.V.)

In der digitalen Lebenswelt eröffnen sich neue Gestaltungsmöglichkeiten und Bildungspotenziale für das Kinderspiel. Es sind aber auch viele Herausforderungen damit verbunden, z.B. mit Blick auf sogenannte Smart Toys und Datenschutz. BLM-Präsident Siegfried Schneider betonte in seinem Grußwort die generelle Bedeutung des Spielens für Kinder: „Spielen ist auch eine wichtige Dimension sozialen Handelns.“ Neben den vielfältigen Potenzialen digitaler Spielmedien müsse aber auch der Datenschutz angemessen berücksichtigt werden. Ministerialdirigent Stefan John (StMAS) verwies auf die Selbstverständlichkeit, mit der Kinder digitale Medien heute nutzen und unterstrich die Bedeutung der frühen Förderung von Medienkompetenz. Prof. Dr. Frank Fischer, Vor­sitzender des JFF, betonte in seinem Grußwort die Notwendigkeit, die Digitalisierung aktiv durch gute medienpädagogische Konzepte zu ge­stalten. Das bloße Bereitstellen von Technik reiche nicht aus, so Fischer.

Kathrin Demmler (Direktorin des JFF)

Mobile Medien sind fester Bestandteil des Familienalltags, jedoch seien sich Eltern ihrer Vorbildrolle oft nicht bewusst, berichtete Kathrin Demmler, Direktorin des JFF. Zusammen mit Gisela Schubert gab sie exklusive Einblicke in erste Ergebnisse der neuen JFF-Studie „Mobile Medien in der Familie II“. Medienerziehung in Kindertageseinrichtungen sei unabhängig vom Träger. Entscheidend sei die Haltung der Leitung. Unterstützt werden müsse aber die Entwicklung von kind- und zukunftsorientierten Konzepten in der Kita, lautete eine der Schlussfolgerungen aus der Studie.

Und wie unterscheidet sich das Spielen im analogen und digitalen Raum? „Besten­falls wird das digitale Spiel genutzt, um den analogen Raum zu reflektieren oder zu verändern“, erklärte die Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Judith Ackermann, die den Wandel des Kinderspiels aus der kulturwissenschaftlichen Perspektive betrachtete. Welchen Einfluss die Raumqualität des Wohnumfeldes auf die Möglichkeiten des freien Spiels von Kindern hat, erläuterte Prof. Dr. Peter Höfflin von der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg. Je schlechter die Aktionsraumqualität im Wohnumfeld sei, desto weniger Möglichkeit zum freien Spiel hätten Kinder in diesem Wohnumfeld, so Höfflin. Dabei identifizierte er aus Sicht der empirischen Sozialforschung vier Qualitätskriterien von Aktionsräumen für Kinder: Gefahrlosigkeit, Zugänglichkeit, Gestaltbarkeit und Interaktionschancen.

Prof. Dr. Fabienne Becker-Stoll (Direktorin des Staatsinstituts für Frühpädagogik)

Diskutiert wurde anschließend u.a. mit Prof. Dr. Fabienne Becker-Stoll, ob diese Kriterien auch auf digitale Spielräume angewendet werden können. Digitale Spielwelten seien leicht zugänglich, man könne die Gefahren – anders als auf einem realen Spielplatz – allerdings nicht leicht erkennen. Dies verunsichere Eltern wie auch Fachkräfte, warnte Verena Weigand, Bereichsleiterin Medienkompetenz und Jugendschutz der BLM. Sie sieht hier vor allem die Anbieter in der Pflicht, offenzulegen, was mit den Daten der Kinder passiert. Auch die Interaktionschancen mit smarten Spielzeugen würden mitunter unrealistisch beworben, merkte Dr. Niels Brüggen, Leiter der Abteilung Forschung des JFF, an: „Wenn es um die Interaktion mit anderen Kindern geht, gibt es in Deutschland wenige digitale Erprobungs- und Spielräume, da es wegen der dafür notwendigen Moderation schwierig ist, eine Finanzierung zu sichern.“

Was zeichnet ein gutes digitales Spielzeug aus? Laut Dr. Claudia Lampert vom Hans-Bredow-Institut ist die Qualität des Spielens das entscheidende Kriterium. Ziel sei es, dass die Kinder das Spielzeug fantasievoll in ihr Spiel einbeziehen können. Außerdem müsse die Schwelle der Gestaltung niedrig sein, ergänzte Prof. Dr. Yasmin Kafai. Sie erforscht und entwickelt an der University of Pennsylvania digitale Welten und Werkzeuge für Kinder und Jugendliche. Kafai hat am Massachusetts Institute of Technology (MIT) die Programmierumgebung Scratch mitentwickelt. Durch die eigenständige Entwicklung von (digitalen) Spielen könnten Kinder viel lernen, betonte die Wissenschaftlerin. Unter anderem werden dadurch z.B. ihre Problemlösungskompetenzen gefördert.

Dr. Dagmar Berwanger (StMAS)

Einig waren sich die Referent_innen, dass Medienpädagogik auch in der Ausbildung von Fachkräften der Frühpädagogik integriert werden sollte. Die stellvertretende Direktorin des Staatsinstituts für Frühpädagogik Eva Reichert-Garschhammer stellte abschließend gemeinsam mit Dr. Dagmar Berwanger (StMAS) die aktuellen Planungen im Freistaat Bayern vor. Ab 2018 sollen in einem breit angelegten Modellversuch in Kindertagesstätten geeignete medienpädagogische Konzepte erarbeitet sowie digital gestützte Beobachtungs- und Organisationsinstrumente erprobt werden. Die beiden Referentinnen beendeten die Veranstaltung mit dem Verweis auf den Leitsatz der Pädagogik: „Nicht die Technik bestimmt die Pädagogik, sondern die Pädagogik die Technik!“

 

Das Programm der 13. Interdisziplinären Tagung im Überblick finden Sie hier.

Hintergrundinformationen zur Studie „Mobile Medien in der Familie II“

Im Rahmen der aktuellen Studie Mobile Medien in Familien (MoFam) wurden 2017 pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen in Gruppeninterviews sowie Einrichtungsleitungen in Einzelinterviews befragt. Ziel der Befragung ist es, Wissen zur Bedeutung der Medien für Kinder im Alter von drei bis acht Jahren zu erhalten:

* Welche Rolle spielen mobile Medien und Internet in den Einrichtungen?
* Welche Einstellungen haben die Fachkräfte zu diesem Thema?
* Inwiefern ist Medienerziehung im pädagogischen Konzept verankert?
* Welchen Unterstützungsbedarf haben die Fachkräfte?

Der zweite Baustein besteht aus einem Familien-Medien-Monitoring. Zwanzig Familien mit Kindern im Alter von einem bis vier Jahren werden über vier Jahre begleitet. Ziel des Familien-Medien-Monitorings ist es, Erkenntnisse darüber zu erhalten, wie die Medienaneignung in den ersten Jahren verläuft sowie Anhalts­punkte dazu, welche Bedeutung dabei unterschiedliche Familiensettings haben können.

Weitere Informationen und Fotos zur Veranstaltung finden Sie hier im Blog und Näheres zur MoFam-Studie hier: http://www.jff.de/jff/aktivitaeten/forschung/projekt/proj_titel/mofam-mobile-medien-in-der-familie-ii/

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Programm der #IdT17 “Kinderspiel in digitalen Lebenswelten” am 1.12.2017

Kinderspiel in digitalen Lebenswelten
Neue Perspektiven in der frühen Bildung

Ankündigungstext zur Tagung

Im Fokus der Tagung steht die Frage, wie sich das Kinderspiel in digitalen Lebenswelten wandelt. Das ‚digitale‘ Spielen ist längst aus dem Computer herausgetreten und verschränkt sich mit Spielformen in der ‚realen‘ Welt. Angesichts der zentralen Bedeutung des Kinderspiels für die kindliche Entwicklung stellen sich eine Reihe von Fragen: Welche Bildungspotenziale liegen in analogen und digitalen Spielräumen? Inwiefern ergeben sich für Kinder oder pädagogische Fachkräfte neue kreative Gestaltungsmöglichkeiten? Inwiefern ist die Sorge berechtigt, dass die digitalen Dinge Entwicklungsmöglichkeiten beeinträchtigen?

Mit Beiträgen aus Kulturwissenschaft, Soziologie, frühkindlicher Bildung, Medienpädagogik und Psychologie ermöglicht die Tagung einen umfassenden Blick darauf, wie heute Kinder spielend den Alltag begreifen, wie sich Spielen im medialen Wandel verändert und welche Aufgaben daraus für Medienpädagogik, -aufsicht und -politik folgen.

Moderation: Kristin Narr

10.30 Anmeldung

11.00 Grußworte durch Siegfried Schneider (BLM), Staatsministerin Emilia Müller (StMAS) und Prof. Dr. Frank Fischer (JFF)

11.20 Mobile Medien in Familien & Kitas. Neue Medien, alte Spiele – Thesen & Herausforderungen
Kathrin Demmler und Gisela Schubert (JFF)

11.40 Digitales Spielen im analogen Raum. Kulturwissenschaftliche Einordnung neuer Spielphänomene
Prof. Dr. Judith Ackermann (Fachhochschule Potsdam)

12.10 Raum für Kinderspiel! Aktionsräume für Kinder und sozialräumliche Bedingungen des Spielens
Prof. Dr. Peter Höfflin (Evangelische Hochschule Ludwigsburg)

12.40 Gesprächsrunde mit den Referent_innen sowie
Prof. Dr. Fabienne Becker-Stoll (Staatsinstitut für Frühpädagogik, IFP)

13.30 Mittagspause

14.30 Digitale Spielsachen für die „Kleinen“ – Spielmittel oder -ware?
Dr. Claudia Lampert (Hans-Bredow-Institut Hamburg)

15.00 Kinder entwickeln Computerspiele
Prof. Dr. Yasmin Kafai (University of Pennsylvania)

15.30 Gesprächsrunde mit den Referent_innen sowie
Verena Weigand (BLM) und Dr. Niels Brüggen (JFF)

16.30 Frühe Bildung im Wandel – aktuelle Entwicklungen
Dr. Dagmar Berwanger (StMAS) und Eva Reichert-Garschhammer (IFP)

16.45 Ausklang der Veranstaltung mit Kaffee

 

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Eva Reichert-Garschhammer und Dr. Dagmar Berwanger „Frühe Bildung im Wandel – aktuelle Entwicklungen“

 

JFF Institut für MedienpädagogikEva Reichert-Garschhammer

Juristin, stellvertretende Direktorin des Staatsinstituts für Frühpädagogik, München
Arbeitsschwerpunkte: Weiterentwicklung und Implementierung von Bildungsplänen und -leitlinien für den Kitabereich und den Übergang in der Schule, Implementierung der Bildungsbereiche Gesundheit, Sprache und Medien als durchgängiges Prinzip, innovative Unterstützungssysteme für die Qualitätsentwicklung in Kitas, digitale Tranformation des Bildungssystems Kita; derzeit Landeskoordinatorin für den Elementarbereich im Rahmen der Bund-Länder-Initiative BiSS (Bildung durch Sprache und Schrift) und Leiterin der bayerischen Modellversuche “Pädagogische Qualitätbegleitung (PQB) in Kitas” und “Medienkompetenz in der Frühpädagogik stärken”

 

JFF Institut für MedienpädagogikDr. Dagmar Berwanger

  • Diplom-Psychologin, langjährige Erfahrung als Referentin, Dozentin, Fortbildnerin und Autorin zu Themen der Frühpädagogik

  • Langjährige Praxiserfahrung an der Ambulanz für Entwicklungsfragen am Institut für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Ludwig-Maximilians-Universität München

  • 2002 Promotion an der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Doktor der Humanbiologie

  • Seit 2004 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP)

    • gerichtliche Sachverständige bei familienpsychologischen und                                                                             namensrechtlichen Fragestellungen

    •  seit 2010 in Abordnung an das Bayerische    Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen – “Referat frühkindliche Bildung und Erziehung”

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Siegfried Schneider

  • Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien(BLM)
  • Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung Medienpädagogik
    Hochschulratsvorsitzender der HFF
  • Mitglied im Medien-Club München e.V.
  • Mitglied des Hochschulrats der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt
  • Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Medienanstalten (DLM) und Vorsitzender der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK)

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Prof. Dr. Peter Höfflin „Raum für Kinderspiel! Aktionsräume für Kinder und sozialräumliche Bedingungen des Spielens“

„Es gibt kaum einen Faktor, der den Alltag und die Entwicklung von Kindern mehr beeinflusst, als die räumliche Gestaltung des Wohnumfeldes und die damit verbundenen Möglichkeiten zum freien Spiel“. Dies ist die zentrale Aussage der Studie „Raum für Kindespiel!“, in der die Aktions­raum­be­dingungen von über 5.000 Kindern im Alter von 5- bis 9-Jahren in fünf unterschiedlichen Gemeinden Baden-Württembergs untersucht wurden. Im Vortrag stehen die Inhalte der Studie im Hinblick auf die (sozial)räumlichen Bedingungen des Spielens von Kindern im Mittelpunkt. Wie sind die aktuellen Spielmöglichkeiten von Kindern im Wohnumfeld? Welche Unterschiede gibt es zwischen Wohn­gebieten? Wollen Kinder heute überhaupt noch „draußen spielen“ oder stimmt das Bild von der „verhäuslichten Medienkindheit“? Was sind die Spielbedürfnisse von Kindern und welche Folgen hat es für das Aufwachsen von Kindern, wenn das „freie Draußenspiel“ zunehmend eingeschränkt wird?

Prof. Dr. Peter Höfflin lehrt Soziologie und empirische Sozialforschung an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen: Kindheit und Raum, Stadtforschung, Sozialberichterstattung und Sozialplanung. Er ist wissenschaftlicher Berater  im Beirat des Bündnis „Recht auf Spiel“ und hat mehrere Studien zu den Spielmöglichkeiten von Kindern in der Stadt durchgeführt.

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Prof. Dr. Yasmin Kafai “Kinder entwickeln Computerspiele”

Im letzten Jahrzehnt sind viele pädagogische Spiele entwickelt worden, mit denen Kinder und Jugendliche neue Inhalte und Konzepte lernen können. Dabei hat die instruktionale Perspektive auf Computerspiele andere Sichtweisen in den Schatten gestellt. So zum Beispiel auch den konstruktivistischen Zugang, wenn Heranwachsende bei der Gestaltung eigener Computerspiele lernen. In meinem Vortrag werde ich über Studien berichten, in denen über 9,000 Kinder und Jugendliche Spiele programmiert haben und was sie dabei gelernt haben.

Dabei werde ich die Potenziale des konstruktivitischen Gaming (constructionist gaming) – die Verbindung von Gaming, Kollaboration und Kreativität – vorstellen und den Wechsel vom „computational thinking“ hin zu einer „computational participation“ diskutieren. Aktuelle Entwicklungen verweisen auf einen Wandel vom game playing zum game making. Dies schließt die von der Industrie unterstützte „modding“-Bewegung ein, aber auch die wachsende DIY-Kultur (Do it yourself). Neue digitale Werkzeuge und Welten wie Minecraft ermöglichen beide Perspektiven, die instruktionale und die konstruktivistische, zu kombinieren und zeigen neue Möglichkeiten wie Spiele zum Lernen eingesetzt werden können.

 

Yasmin B. Kafai hat die Lori and Michael Milken President’s Distinguished Professur an der Pädagogischen Hochschule der University of Pennsylvania inne. Sie erforscht und entwickelt digitale Welten und Werkzeuge für Kinder und Jugendliche. Ihre Buchpublikationen über “Connected Gaming: What Making Videogames Can Teach Us About Learning and Literacy, “Connected Code: Why Children Need to Learn Programming,” und “Connected Play: Tweens in a Virtual World” sind bei MIT Press erschienen.
Für das US Department of Education hat sie 2010 am 2010 National Educational Technology Plan mitgearbeitet und 2011 an der Serie des National Research Council “Computational Thinking for Everyone” mitgewirkt. Kafai schrieb ihre Doktorarbeit an der Harvard University, während sie bei Seymour Papert am MIT Media Lab arbeitete. Sie ist Fellow der American Educational Research Association und der International Society of Learning Sciences, wie auch eine ehemalige Herausgeberin  des Journal of the Learning Sciences.

Weitere Informationen: http://www.yasminkafai.com/

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Verena Weigand

Verena Weigand ist Bereichsleiterin Medienkompetenz und Jugendschutz der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) und stellvertretende Vorstandsvorsitzende der
Stiftung Medienpädagogik Bayern. Daneben ist sie u.a. Vorstandsvorsitzende des Vereins Programmberatung für Eltern e.V., Mitglied des Vergabeausschuss Games der Bayerischen Staatsregierung und Fachbeirätin der Stiftung Zuhören. Zuvor war sie als Autorin und Redakteurin bei Jugendzeitschriften und Fachverlagen tätig, arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ludwig-Maximilians-Universität München und leitete ein gymnasiales Tagesheim.

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Kristin Narr

(c) Annika Dollmeyer

Kristin Narr studierte Kommunikations- und Medienwissenschaften mit Schwerpunkt Medienpädagogik an der Universität Leipzig (Magistra Artium). Seit 2012 arbeitet sie als freiberufliche Medienpädagogin. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen des offenen, kreativen und partizipativen Einsatzes digitaler Medien, der digitalen Kinder- und Jugendbeteiligung, im Lernen mit digitalen Medien sowie im Making und Open Educational Resources. Zu diesen Themen konzipiert sie Workshops, führt Projekte durch, berät Bildungseinrichtungen, schreibt Texte, hält Vorträge und moderiert Veranstaltungen. Sie ist Herausgeberin des Handbuchs „Making-Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen“ und Mitglied des Vorstands der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e.V. (GMK).

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Dr. Claudia Lampert „Digitale Spielsachen für die „Kleinen“ – Spielmittel oder -ware?“

Das Angebot an digitalen und onlinefähigen Spielsachen wird immer vielfältiger, sowohl hinsichtlich ihrer Koppelung mit dem Internet als auch der damit einhergehenden Spiel- und Nutzungsmöglichkeiten. Einige Spielsachen bieten digitale Erweiterungen im Netz (z. B. in Form von ergänzenden Onlinespielen), andere lassen sich über das Smartphone oder das Ipad steuern, mitunter sogar programmieren, oder sind so „smart“, dass sie auf das Verhalten der Kinder reagieren. Die Versprechen der Anbieter im Hinblick auf den Nutzen (z. B. Spaß, Förderung digitaler Kompetenzen) sind mindestens so groß wie die Sorgen und Befürchtungen zu den möglichen Risiken (z. B. Datensicherheit/-schutz, Veränderung der Kommunikation zwischen Eltern und Kindern, Veränderung des kindlichen Spiels). Im Vortrag werden die digitalen Spielzeuge genauer unter die Lupe genommen. Neben einem strukturierenden Überblick werden auf der Basis der Ergebnisse einer Analyse der Berichterstattung zu digitalen Spielsachen aufgezeigt, welche Bildungschancen und welche Risiken mit diesen assoziiert werden und welche Rolle und Verantwortung den Eltern zugeschrieben wird.

Dr. Claudia Lampert ist wissenschaftliche Referentin am Hans-Bredow-Institut für Medienforschung und beschäftigt sich im Rahmen verschiedener Projekte mit digitalen Medien in der Lebenswelt von Kindern. Gemeinsam mit Kollegen aus zwölf Ländern hat sie untersucht, wie sogenannte Internet of Toys in der Medienberichterstattung thematisiert werden.

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