Anmeldung läuft für die 13. Interdisziplinäre Tagung am 1.12.2017 zum Thema „Kinderspiel in digitalen Lebenswelten. Neue Perspektiven in der frühen Bildung“

Ab sofort ist die Anmeldung für die diesjährige Interdisziplinäre Tagung (IdT17) in München in den Räumen der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) geöffnet.

Im Fokus der IdT17 steht das Kinderspiel in seiner zentralen Bedeutung für die kindliche Entwicklung und wie sich das Kinderspiel in digitalen Lebenswelten wandelt. Das „digitale“ Spielen ist längst aus dem Computer herausgetreten und verschränkt sich mit Spielformen in der „realen“ Welt. Mit digitalem Spielzeug, Beamerinstalationen etc. ziehen digitale Dinge auch in das Kinderspiel ein. Angesichts der zentralen Bedeutung, die das das Kinderspiel für die Entwicklung in vielen Bereichen hat, stellen sich eine Reihe von Fragen: Was bedeutet diese Entwicklung für das Kinderspiel? Inwiefern ergeben sich für Kinder pder pädagogische Fachkräfte neue kreative Gestaltungsmöglichkeiten? Inwiefern ist die Sorge berechtigt, dass die digitalen Dinge die Entwicklung von Kreativität beeinträchtigen? Welche Bildungspotenziale liegen im analogen und digitalen Spiel?

Das Programm bringt u.a. kulturwissenschaftliche, frühpädagogische und medienpädagogische Perspektiven auf den Wandel Spiels und des Kinderspiels zusammen. Details zum Programm sind hier im Blog veröffentlicht.

Die IdT17 wird vom JFF gemeinsam mit der BLM und dem Bayerischen Sozialministerium veranstaltet.

Veranstaltungsort ist die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM), Heinrich-Lübcke-Straße, 81737 München

Siegfried Schneider

  • Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien(BLM)
  • Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung Medienpädagogik
    Hochschulratsvorsitzender der HFF
  • Mitglied im Medien-Club München e.V.
  • Mitglied des Hochschulrats der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt
  • Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Medienanstalten (DLM) und Vorsitzender der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK)

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Prof. Dr. Peter Höfflin „Raum für Kinderspiel! Aktionsräume für Kinder und sozialräumliche Bedingungen des Spielens“

„Es gibt kaum einen Faktor, der den Alltag und die Entwicklung von Kindern mehr beeinflusst, als die räumliche Gestaltung des Wohnumfeldes und die damit verbundenen Möglichkeiten zum freien Spiel“. Dies ist die zentrale Aussage der Studie „Raum für Kindespiel!“, in der die Aktions­raum­be­dingungen von über 5.000 Kindern im Alter von 5- bis 9-Jahren in fünf unterschiedlichen Gemeinden Baden-Württembergs untersucht wurden. Im Vortrag stehen die Inhalte der Studie im Hinblick auf die (sozial)räumlichen Bedingungen des Spielens von Kindern im Mittelpunkt. Wie sind die aktuellen Spielmöglichkeiten von Kindern im Wohnumfeld? Welche Unterschiede gibt es zwischen Wohn­gebieten? Wollen Kinder heute überhaupt noch „draußen spielen“ oder stimmt das Bild von der „verhäuslichten Medienkindheit“? Was sind die Spielbedürfnisse von Kindern und welche Folgen hat es für das Aufwachsen von Kindern, wenn das „freie Draußenspiel“ zunehmend eingeschränkt wird?

Prof. Dr. Peter Höfflin lehrt Soziologie und empirische Sozialforschung an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen: Kindheit und Raum, Stadtforschung, Sozialberichterstattung und Sozialplanung. Er ist wissenschaftlicher Berater  im Beirat des Bündnis „Recht auf Spiel“ und hat mehrere Studien zu den Spielmöglichkeiten von Kindern in der Stadt durchgeführt.

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Prof. Dr. Yasmin Kafai „Kinder entwickeln Computerspiele“

Im letzten Jahrzehnt sind viele pädagogische Spiele entwickelt worden, mit denen Kinder und Jugendliche neue Inhalte und Konzepte lernen können. Dabei hat die instruktionale Perspektive auf Computerspiele andere Sichtweisen in den Schatten gestellt. So zum Beispiel auch den konstruktivistischen Zugang, wenn Heranwachsende bei der Gestaltung eigener Computerspiele lernen. In meinem Vortrag werde ich über Studien berichten, in denen über 9,000 Kinder und Jugendliche Spiele programmiert haben und was sie dabei gelernt haben.

Dabei werde ich die Potenziale des konstruktivitischen Gaming (constructionist gaming) – die Verbindung von Gaming, Kollaboration und Kreativität – vorstellen und den Wechsel vom „computational thinking“ hin zu einer „computational participation“ diskutieren. Aktuelle Entwicklungen verweisen auf einen Wandel vom game playing zum game making. Dies schließt die von der Industrie unterstützte „modding“-Bewegung ein, aber auch die wachsende DIY-Kultur (Do it yourself). Neue digitale Werkzeuge und Welten wie Minecraft ermöglichen beide Perspektiven, die instruktionale und die konstruktivistische, zu kombinieren und zeigen neue Möglichkeiten wie Spiele zum Lernen eingesetzt werden können.

 

Yasmin B. Kafai hat die Lori and Michael Milken President’s Distinguished Professur an der Pädagogischen Hochschule der University of Pennsylvania inne. Sie erforscht und entwickelt digitale Welten und Werkzeuge für Kinder und Jugendliche. Ihre Buchpublikationen über “Connected Gaming: What Making Videogames Can Teach Us About Learning and Literacy, “Connected Code: Why Children Need to Learn Programming,” und “Connected Play: Tweens in a Virtual World” sind bei MIT Press erschienen.
Für das US Department of Education hat sie 2010 am 2010 National Educational Technology Plan mitgearbeitet und 2011 an der Serie des National Research Council “Computational Thinking for Everyone” mitgewirkt. Kafai schrieb ihre Doktorarbeit an der Harvard University, während sie bei Seymour Papert am MIT Media Lab arbeitete. Sie ist Fellow der American Educational Research Association und der International Society of Learning Sciences, wie auch eine ehemalige Herausgeberin  des Journal of the Learning Sciences.

Weitere Informationen: http://www.yasminkafai.com/

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Verena Weigand

Verena Weigand ist Bereichsleiterin Medienkompetenz und Jugendschutz der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) und stellvertretende Vorstandsvorsitzende der
Stiftung Medienpädagogik Bayern. Daneben ist sie u.a. Vorstandsvorsitzende des Vereins Programmberatung für Eltern e.V., Mitglied des Vergabeausschuss Games der Bayerischen Staatsregierung und Fachbeirätin der Stiftung Zuhören. Zuvor war sie als Autorin und Redakteurin bei Jugendzeitschriften und Fachverlagen tätig, arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ludwig-Maximilians-Universität München und leitete ein gymnasiales Tagesheim.

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Kristin Narr

(c) Annika Dollmeyer

Kristin Narr studierte Kommunikations- und Medienwissenschaften mit Schwerpunkt Medienpädagogik an der Universität Leipzig (Magistra Artium). Seit 2012 arbeitet sie als freiberufliche Medienpädagogin. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen des offenen, kreativen und partizipativen Einsatzes digitaler Medien, der digitalen Kinder- und Jugendbeteiligung, im Lernen mit digitalen Medien sowie im Making und Open Educational Resources. Zu diesen Themen konzipiert sie Workshops, führt Projekte durch, berät Bildungseinrichtungen, schreibt Texte, hält Vorträge und moderiert Veranstaltungen. Sie ist Herausgeberin des Handbuchs „Making-Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen“ und Mitglied des Vorstands der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e.V. (GMK).

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Dr. Claudia Lampert „Digitale Spielsachen für die „Kleinen“ – Spielmittel oder -ware?“

Das Angebot an digitalen und onlinefähigen Spielsachen wird immer vielfältiger, sowohl hinsichtlich ihrer Koppelung mit dem Internet als auch der damit einhergehenden Spiel- und Nutzungsmöglichkeiten. Einige Spielsachen bieten digitale Erweiterungen im Netz (z. B. in Form von ergänzenden Onlinespielen), andere lassen sich über das Smartphone oder das Ipad steuern, mitunter sogar programmieren, oder sind so „smart“, dass sie auf das Verhalten der Kinder reagieren. Die Versprechen der Anbieter im Hinblick auf den Nutzen (z. B. Spaß, Förderung digitaler Kompetenzen) sind mindestens so groß wie die Sorgen und Befürchtungen zu den möglichen Risiken (z. B. Datensicherheit/-schutz, Veränderung der Kommunikation zwischen Eltern und Kindern, Veränderung des kindlichen Spiels). Im Vortrag werden die digitalen Spielzeuge genauer unter die Lupe genommen. Neben einem strukturierenden Überblick werden auf der Basis der Ergebnisse einer Analyse der Berichterstattung zu digitalen Spielsachen aufgezeigt, welche Bildungschancen und welche Risiken mit diesen assoziiert werden und welche Rolle und Verantwortung den Eltern zugeschrieben wird.

Dr. Claudia Lampert ist wissenschaftliche Referentin am Hans-Bredow-Institut für Medienforschung und beschäftigt sich im Rahmen verschiedener Projekte mit digitalen Medien in der Lebenswelt von Kindern. Gemeinsam mit Kollegen aus zwölf Ländern hat sie untersucht, wie sogenannte Internet of Toys in der Medienberichterstattung thematisiert werden.

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Kathrin Demmler „Mobile Medien in Familien & Kitas. Neue Medien, alte Spiele – Thesen & Herausforderungen“

„Wir erkunden bei Hörspaziergängen spielerisch die Umwelt“, so schilderten pädagogische Fachkräfte den Medieneinsatz in einer der befragten Kindertagesstätten. Im Rahmen der aktuellen Studie Mobile Medien in Familien wurden im Jahr 2017 Gruppeninterviews mit den pädagogischen Fachkräften in Kindertageseinrichtungen sowie Einzelinterviews mit den Einrichtungsleitungen durchgeführt. Ziel ist es, Wissen zur Bedeutung der Medien für Kinder im Alter von drei bis acht Jahren zu erhalten: Welche Rolle spielen mobile Medien und Internet in den Einrichtungen? Welche Einstellungen haben die Fachkräfte zu diesem Thema? Inwiefern ist Medienerziehung im pädagogischen Konzept verankert? Welchen Unterstützungsbedarf haben die Fachkräfte? In einem ersten Auswertungsschritt wurden sowohl allgemeine Tendenzen zum Umgang mit und zur Einstellung gegenüber Medien in Kindertageseinrichtungen herausgearbeitet sowie der Fokus auf den Umgang mit digitalen Spielangeboten und die Integration medienbezogener Erfahrungen in das kindliche Spiel gerichtet. Basierend auf ersten Erkenntnissen wird sich der Vortrag diesen Fragen widmen: Welche Bedingungen können für eine erfolgreiche Integration von Medien in den Alltag von Kindertageseinrichtungen bezogen auf die Interessen der Kinder, die Haltung der Fachkräfte, die Einstellung der Eltern und die Ausstattung mit Medien, formuliert werden? Welches Medienspektrum sowie welche Konzepte, die Medien einbeziehen, sind heute bereits in Kindergärten und Horten vorhanden? Darauf aufbauend werden Herausforderungen in Bezug auf den Umgang mit digitalen Spielen und Medienerfahrungen im Spiel benannt. Zentrale Bezugspunkte für diese Herausforderungen sind, dass

  • es große Unterschiede hinsichtlich der kindlichen Lebenswirklichkeit in der Familie und in Kindertageseinrichtungen gibt,
  • Kenntnisse bezüglich der medienbezogenen Ausstattung in den Familien ebenso nötig sind, wie eine enge Rücksprache mit den Eltern,
  • es an Wissen über digitalen Spielmöglichkeiten an sich sowie deren pädagogische Einsatzmöglichkeiten fehlt,
  • Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen nicht nur Fortbildungen im pädagogischen Umgang mit den Medien, sondern auch teamorientierte Qualifizierung benötigen, um eine Haltung gegenüber neuen Techniken, Angeboten und Konzepten zu entwickeln.

 

 

JFF Institut für Medienpädagogik

Kathrin Demmler hat Lehramt an Grundschulen studiert und ist seit 1999 medienpädagogische Referentin am JFF, von 2009 bis 2016 verantwortete sie gemeinsam mit Günther Anfang den Arbeitsbereich Praxis. Seit 2010 ist sie Direktorin des JFF, bis 2016 gemeinsam mit Dr. Ulrike Wagner. Ihre Arbeitsschwerpunkte: Innovationen in der Bildungsarbeit, Medienarbeit mit Kindern, mobile Medien, Digitalisierung sowie Netzwerkprojekte.

 

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Dr. Dagmar Berwanger „Frühe Bildung im Wandel – aktuelle Entwicklungen“

JFF Institut für MedienpädagogikDr. Dagmar Berwanger

  • Diplom-Psychologin, langjährige Erfahrung als Referentin, Dozentin, Fortbildnerin und Autorin zu Themen der Frühpädagogik
  • Langjährige Praxiserfahrung an der Ambulanz für Entwicklungsfragen am Institut für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der Ludwig-Maximilians-Universität München
  • 2002 Promotion an der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Doktor der Humanbiologie
  • Seit 2004 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP)
    • gerichtliche Sachverständige bei familienpsychologischen und                                                                             namensrechtlichen Fragestellungen
    •  seit 2010 in Abordnung an das Bayerische    Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen – „Referat frühkindliche Bildung und Erziehung“

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Prof. Dr. Fabienne Becker-Stoll

 

JFF Institut für Medienpädagogik

Foto: Mairhofer

Prof. Dr. phil., Diplom-Psychologin; seit 2006 Direktorin des Staatsinstituts für Frühpädagogik in München. Studium und Promotion in Regensburg bei Prof. Dr. Klaus Grossmann, ab 2000 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max Planck Institut für Psychiatrie in München; 2005 Habilitation an der LMU München, seit 2012 APL-Professur an der LMU München; Forschungsschwerpunkte: Bindungs- und Explorationsentwicklung in den ersten Lebensjahren, Bildung und Beziehungsqualität, Qualität frühkindlicher Bildung, Erziehung und Betreuung.

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Dr. Judith Ackermann „Digitales Spielen im analogen Raum“

Das Bewusstsein dafür, dass menschliches Spielen als wesentliches Element von Kultur zu werten ist, ist deutlich älter als die Digitalisierung. Huizinga identifizierte es in seinem Homo Ludens aus dem Jahr 1938 gar als Ursprung jeglicher Kultur. Computerspiele, die das Spielen mit digitalen Technologien in Einklang bringen, hatten es hingegen deutlich schwerer und brauchten deutlich länger um als Kulturgut anerkannt zu werden. Dabei liefert die Integration digitaler Technologien sowohl Möglichkeiten zur Erweiterung, Ausdifferenzierung und Vervielfältigung klassischer Spielformen als auch zur Kreierung neuer. Aus kulturwissenschaftlicher Perspektive lassen sich unterschiedliche Linien digitalen Spielens nachzeichnen, die historisch aufeinander aufbauen und mit unterschiedlichen Situativität einhergehen. Ausgehend von einer frühen Phase der Entwicklung spielerischer Anwendungen für die niedrigschwellige Erprobung von Mensch-Maschine-Interaktionen und dem konstanten Befördern technischer Innovation durch forderndes Gamedesign legt der Vortrag besonderen Fokus auf die Perfektionierung von mit Computerspielen einhergehenden Verfahren der Überwindung von Raum und Zeit bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der gemeinschaftlichen Spielsituation, welcher sich aktuell um eine neue Dimension der Ausdehnung erweitert sieht: die Verbindung bzw. Verschmelzung von digitalen mit analogen Räumen.

JFF Institut für Medienpädagogik

Judith Ackermann

Dr. Judith Ackermann ist Professorin für Digitale und Vernetzte Medien in der Sozialen Arbeit am Fachbereich Sozial- und Bildungswissenschaften der FH Potsdam und regelmäßige Gastprofessorin an der School of Design des Politecnico di Milano. Sie hat an den Universitäten Bonn und Siegen sowie der Filmuniversität Potsdam gelehrt und war u.a. wissenschaftliche Koordinatorin des DFG-Graduiertenkollegs »Locating Media«. Zudem ist sie Initiatorin des internationalen Urban Games Festivals playin’siegen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Digitale Medien, Hybride Realitäten, (Urban) Gaming, Theater & Performance, Design as Research, Medienbildung und Medienkommunikation

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