6. Computerspiele als Verstärker von Kreativität, Medienkompetenz und Digital Literacy. Wissenschaftliche Session mit Prof. Dr. Stephan Schwingeler


Die (Bildende) Kunst kennt 1. Computerspiele als Sujet, 2. Computerspiele als Werkzeug sowie 3. eigenständige Computerspielproduktionen sowie -modifikationen. Hier zeigen sich anwendungsbezogene Zugänge zum Computerspiel als Ausgangspunkt kreativer Auseinandersetzung. Die Session stellt diese Zugänge zum Computerspiel vor und diskutiert diese mit den Teilnehmenden.

Das Phänomen des digitalen Spiels ist vielschichtig: Es ist wesentlich zu betonen, dass eine Auseinandersetzung mit Ästhetiken des Computerspiels nicht auf die audiovisuelle Oberfläche beschränkt bleiben sollte. Nur zu fragen, wie digitale Spiele aussehen und klingen, ist ein buchstäblich oberflächlicher Zugang, wenn man das, was unter den Games liegt, außer Acht ließe: ihre medialen Gemachtheiten, ihre technischen (auch dezidiert digitalen und algorithmischen) Bedingtheiten, die Verbindung von Hardware und Software, ihre spielerischen und systemischen Mechaniken und Regelwerke, die ein Handeln mit und im Bild ermöglichen, sowie ihre kulturellen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Implikationen.

Referent: Prof. Dr. Stephan Schwingeler

Prof. Dr. Stephan Schwingeler ist Professor für Medienwissenschaft an der HAWK Hildesheim an der Fakultät Gestaltung.

Zuvor war er Professor für Game Design in Stuttgart. Er gehört international zu den Vorreitern der Game Studies. Sein erstes Buch mit dem Titel „Die Raummaschine“ analysiert Raum und Perspektive in Computerspielen. Sein zweites Buch „Kunstwerk Computerspiel“ untersucht die Strategien der Game Art. Er leitete das GameLab der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und hat das Next Level Festival als Beiratsmitglied und Berater begleitet.
Als Kurator war Schwingeler u.a. verantwortlich für die Ausstellung „ZKM_Gameplay“ im ZKM | Zentrum für Kunst und Medien. Schwingeler hat zahlreiche internationale Ausstellungen verantwortet, u.a. mit der Julia Stoschek Collection, der Kuratorin Yuko Hasegawa oder dem Medienkünstler und Komponisten Ryoji Ikeda. Die Ausstellung „Global Games“ untersuchte Games als politische Medien, während „New Gameplay“ die Kunstform des Computerspiels im Nam June Paik Art Center in Südkorea zeigte. Gemeinsam mit dem Goethe-Institut kuratierte er die Ausstellung „Games and Politics“, die in einer Welttournee in 40 Länder um den Globus reist. Er kuratierte zuletzt die GameZone des Internationalen Trickfilmfestivals Stuttgart sowie die Ausstellung „Digital Games“ im Ludwigforum für Internationale Kunst in Aachen.

 

Buchung

Buchungen sind für diese Veranstaltung nicht mehr möglich.