Gerda Sieben

Kreativitätsdispositiv & seine Folgen für die außerschulische Bildungsarbeit

Die Figur des ‘Schöpferischen’ ist erst im 20. Jahrhundert durch die Rede vom ‘Kreativen’ abgelöst worden. Dabei ist der Umfang des Schöpferischen zu einem ‘Kreativen’ maßlos bis unermesslich ausgedehnt worden.

In alle Bereiche ist seither die Überzeugung oder Erwartung vorgedrungen, dass es bei allem Tun – von der Freizeit über Arbeit, Kunst, Kultur bis zu Wirtschaft und Management – immer auch um das Vorzeigen eines ‘Kreativen’ gehe und dass an Kreativität andere Erwartungen zu stellen sind als an Routinen.

Das ist deshalb bemerkenswert, weil die Technologien des Digitalen in der Regel auf Routinen und Subroutinen, nicht auf Regelbrechungen und Erneuerung beruhen oder hinauslaufen. 

Im Zeichen der Pandemiepolitik 2020-21 geht es zudem immer auch um das Verhältnis von: Kreativität, Öffentlichkeit, Digitalisierungserwartungen – Kulturwandel im Zeitalter der Telemaschinen/ Telekommunikation.

Von 1980 bis 1995 Dozent und Professor in Basel, Zürich und Wien. Von 1995 bis 2019 Professor für Kunstgeschichte im medialen Kontext, von April 2014 bis März 2020 Rektor der Kunsthochschule für Medien in Köln. Gründungsherausgeber der Reihe ‘edition KHM’ im Herbert von Halem Verlag Köln.  

Letzte Buchveröffentlichungen als Autor: Pasolini. Der apokalyptische Anarchist, Leipzig: Spector Books, Reihe ‘Analysis & Excess’ 2020 (englische Ausgabe Spector 2021); Kritik der Kreativität, Köln: Herbert von Halem Verlag 2019; ‘Ritualkunst’ zwischen Kult und Museum – Dissonante Ästhetiken am Beispiel Afrikas. Mit einem Beitrag von Christine Bruggmann ‘Hommage an Afrika’, Köln: Herbert von Halem Verlag 2017. 

Als Mitherausgeber: Urbane Poesie –  Ende und Aktualität der Litfaßsäule Köln: Edition KHM N° 4/ Herbert von Halem Verlag 2020.

Hans Ulrich Reck, geb. 1953, Prof. Dr. phil. habil., Philosoph, Kunstwissenschaftler, Publizist, Kurator.