‚Immer on‘ und ‚immer da und zugleich woanders‘

‚Immer on‘ und ‚immer da und zugleich woanders‘. Die 9. Interdisziplinäre Tagung beschäftigt sich mit der Bedeutung mobiler Medien im Alltag von Heranwachsenden. Dank Smartphone, Tablet & Co. ist Kommunikation mit der Peergroup, den Eltern etc. nahezu unabhängig von Ort und Zeit möglich. Jeder Moment kann als Foto oder Kurznachricht geteilt werden. Und auch die Recherche von Informationen und Meinungen oder der Zugriff auf Medienangebote sind möglich, wo immer ein Netzzugang besteht. Zugleich sind die Datenströme der Geräte ebenfalls ‚immer on‘ und für Nutzende kaum zu kontrollieren. Die zunehmende Mobilität von Medien(handeln) bringt als Sozialisationsbedingung für Jugendliche also Chancen und Herausforderungen mit sich. Für die Medienpädagogik ergeben sich daraus unter anderem folgende Fragen:

  • Wie verändert sich die Erfahrung von (öffentlichen und privaten) Räumen, wenn über Datenflüsse bewusst oder unbewusst der Raum entgrenzt wird?
  • Wie aktiv können Jugendliche diese Bedingungen ihres Aufwachsens mitgestalten?
  • Wie können adäquate pädagogische Ansätze aussehen?

Die 9. Interdisziplinäre Tagung bringt Expertise aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen und aus der Bildungspraxis zusammen, um die Bedeutung mobiler Medien als Sozialisationsbedingung zu diskutieren. Ziel der Tagung ist es, aus interdisziplinären Einblicken Folgerungen für die medienpädagogische Arbeit in Praxis, Forschung und Aufsicht zu ziehen.

Im Anschluss an die Tagung findet am Abend in der Villa Stuck das bundesweite Handyclip-Festival „Ohrenblick mal!“ mit festlicher Preisverleihung statt.

Band 6 2011 – Alles auf dem Schirm? Jugendliche in vernetzten Informationswelten

Buchtitel "Alles auf dem Schirm?"

Buchtitel „Alles auf dem Schirm?“

Vor allem Jugendliche nutzen das Internet und die Mitmachoptionen des Web 2.0, um sich selbst und ihre Verortung in der Welt zu suchen und zu testen. Das kann ihnen zum Vorteil und zum Nachteil gereichen: Kompetent genutzt taugt die vielgestaltige, vernetzte Informationswelt als „Entwicklungshelfer“ und kann dazu beitragen, sich im sozialen Leben souverän zu positionieren. Genauso aber birgt sie das Risiko, sich im Informationswald zu verirren.

Dass Medien eine, wenn nicht gar die zentrale Informationsinstanz für Jugendliche sind, ist unstrittig. Wie sich Jugendliche die heute verfügbaren Informationsnetze zunutze machen, nach welchen Kriterien sie aus der Fülle auswählen, welche Informationen sie selbst verbreiten und unter welchen Bedingungen sie daraus Gewinn ziehen oder in Problemlagen geraten – das sind Fragen, die für die Medienpädagogik wichtig sind. Denn der Umgang mit medialer Information hat hohe Relevanz für eine souveräne Lebensführung in der mediatisierten Gesellschaft.

Die sechste Band der Interdisziplinären Diskurse will zur Klärung dieser Fragen beitragen und so die Entwicklung angemessener (medien-)pädagogischer Handlungsstrategien gegenüber und in den medialen Informationsnetzen anregen.

Gründlich und breit aufgestellt bietet das Buch einen medienpädagogischen Blick auf die aktuelle „Lebenswelt“ des Web 2.0 und bindet im Schwerpunkt die Fragen nach faktischer Nutzung, Chancen und Risiken der digitalen Informationswelten gerade in sozialen Netzwerken ein. Sachgerecht und fundiert werden zentrale „Zugangspunkte“ dargelegt und Thesen entwickelt. Das Buch findet seine Adressaten vor allem in der medienpädagogischen Forschung, kann aber auch zur Reflexion eigener, praktischer Arbeit mit Jugendlichen dienen.
Pfarrer Michael Lehmann-Pape, socialnet.de

Helga Theunert / Ulrike Wagner (Hrsg.): Alles auf dem Schirm?

Jugendliche in vernetzten Informationswelten
Schriftenreihe Interdisziplinäre Diskurse Band 6,

München 2011, 158 Seiten

ISBN 978-3-86736-262-7
16,80 €

 

Band 5 2010 – Medien . Bildung . Soziale Ungleichheit

Cover2009_Layout:JFFMedien sind als ein Bestandteil der Lebenswelt zu qualifizieren, der soziale Ungleichheit stützt und untermauert. So ist die Chance für Heranwachsende, aus den Angeboten der Medienwelt Gewinn zu ziehen, systematisch ungleich verteilt und die Koinzidenz von sozialer Herkunft und Bildung konturiert die unübersehbare Trennlinie. An dieser Trennlinie entscheidet sich zum Beispiel wer sich das zentrale Informationssystem Medien zu Nutze machen kann, um gesellschaftliche Strukturen, Geschehnisse und Ereignisse zu verstehen und deren Relevanz für das eigene Leben einzuschätzen, und wer sich in der Informationsfülle der Medienwelt verliert und von ihr eher desorientiert wird, oder wer von der Vielfalt der konvergenten Medienwelt und den aus der Digitalisierung erwachsenden kommunikativen, produktiven und partizipationsorientierten Formen des Medienhandelns profitiert und wer umgekehrt von der selbstbestimmten Indienstnahme dieser Möglichkeiten ausgeschlossen bleibt.

Mangelnde Chancen, die Medienwelt zu durchschauen und aktiv ein souveränes Leben mit Medien zu gestalten, markieren eine benachteiligende Lebensbedingung, die in Wechselwirkung mit anderen Benachteiligungsfaktoren soziale Ungleichheit verfestigt. Diese Prozesse aus der Perspektive unterschiedlicher Disziplinen zu analysieren und Ansatzpunkte zur Gegensteuerung in pädagogischen Handlungsfeldern zu diskutieren, ist das Anliegen des vorliegenden Bandes.

Helga Theunert (Hrsg.)
Medien . Bildung . Soziale Ungleichheit
Differenzen und Ressourcen im Mediengebrauch Jugendlicher
Schriftenreihe Interdisziplinäre Diskurse Band 5
München 2010, 181 Seiten

ISBN 978-3-86736-097-5
16,80 EUR

Band 4 2009 – Jugend – Medien – Identität

Die Digitalisierung der Medienwelt hat neue Erfahrungs- und Handlungsräume geschaffen. Vor allem Jugendliche wenden sich diesen begeistert zu: Sie pflegen virtuell ihre Beziehungen bzw. knüpfen neue, in der direkten Nachbarschaft oder auf anderen Kontinenten. Sie agieren in Communitys oder demonstrieren ihre Zugehörigkeit zu populären Medienszenen. Sie inszenieren sich selbst und präsentieren ihre Gedanken-, Gefühls- und Wunschwelten in mehr oder weniger begrenzten Öffentlichkeiten. In dieses Medienhandeln integrieren sie Identitätsfacetten, bereits stabile Bestandteile ihrer Persönlichkeit oder solche, die sie austesten wollen. In den virtuellen Räumen erleben sie soziale Einbettung, erhalten Aufmerksamkeit, Anerkennung, Widerspruch, erfahren sich als kompetente und teilhabende Subjekte. Die mediale Identitätsarbeit ergänzt die reale, kann sie bereichern oder engführen.

Wie sich das Agieren mit und in Medien in die Identitätsbildung einklinkt bzw. für diese gezielt nutzbar gemacht wird, ist das Thema des vorliegenden 4. Bandes der Interdisziplinären Diskurse. Aus den Perspektiven von Jugendsoziologie, Psychologie, Medienwissenschaft und Medienpädagogik wird dieses Thema ausgeleuchtet, werden theoretische Grundlagen und empirische Befunde diskutiert und mediale Räume und Formen der Identitätsarbeit erkundet.

Wer einen Einstieg in das Themenfeld sucht, findet in den Beiträgen des Sammelbandes einen aktuellen, gut zu lesenden Überblick. Der Herausgeberin und den AutorInnen ist es gelungen, die Identitätsrelevanz einer breiten Streuung von Medien in Bezug auf Heranwachsende einsichtig zu machen. Durch die grundlegenden Artikel wird darüber hinaus ein erweiterter Rahmen geschaffen: mit Aspekten einer aktuellen Jugenddiagnose allgemein und zu Besonderheiten, unter denen Identitätsbildung heute stattfindet.
Prof. Dr. Christian Beck, socialnet.deCover2008_Layout:JFF

Helga Theunert (Hrsg.)
Jugend – Medien – Identität
Identitätsarbeit Jugendlicher mit und in Medien
Schriftenreihe Interdisziplinäre Diskurse Band 4
München 2009, 200 Seiten
ISBN 978-3-86736-077-7
16,80 EUR

Band 3 2008 – Interkulturell mit Medien

049-4_id3Interkulturelles Zusammenleben – in einem Land wie Deutschland sind angesichts des Anteils von hier lebenden Menschen mit Migrationshintergrund Anstrengungen dafür überfällig. Medien als integrierte Bestandteile und Mitgestalter individueller und gesellschaftlicher Lebensvollzüge klinken sich in die Sozialisationsprozesse Heranwachsender aus Migrantengruppen ebenso ein wie in die von deutschen Kindern und Jugendlichen.

Inwiefern führen herkunftskulturelle Bedingungen zu Differenzen im Medienhandeln? Wie sind diese Differenzen einzuschätzen, als Ressourcen oder als Risiken für Interkulturalität? Inwiefern stiften jugendkulturelle Muster, die heute in vielen Dimensionen mit Medien verwoben sind, Gemeinsamkeit, unterstützen Verständigung, fördern interkulturelles Denken und Handeln? Welche (medien-)wissenschaftlichen und (medien-)pädagogischen Anstrengungen sind notwendig, um das Wissen um die Bedingungen interkulturellen Lebens mit Medien zu mehren und es konkret zu gestalten? Diese Fragen konturieren die Themen des vorliegenden Buches.

Helga Theunert (Hrsg.)
Interkulturell mit Medien
Die Rolle der Medien für Integration und interkulturelle Verständigung
Schriftenreihe Interdisziplinäre Diskurse Band 3
München 2008, 205 Seiten
ISBN 978-3-86736-049-4
16,80 EUR

Band 2 2007 – Medienkinder von Geburt an

007_4_theunert_1Der Medienmarkt umwirbt heute die unter Sechsjährigen mit Vehemenz. Neben den klassischen Marktsegmenten Bilderbuch und Hörkassette bietet das Fernsehen seit vielen Jahren Kinderprogramm auch für die Jüngsten. Darüber hinaus wird den Eltern seit einiger Zeit auch eine beachtliche Palette an Edutainmentsoftware und einfachen Computerspielen sowie zunehmend Hardware für ihre jüngeren Kinder angeboten.

Was aber kann das Kind mit den offerten des Medienmarktes anfangen, die das soziale Umfeld in sein Leben bringt? Und ab wann macht es Sinn,
Medienkompetenz, zweifelsohne eine der Schlüsselkompetenzen in der heutigen Gesellschaft, systematisch zu fördern? Das vorliegende Buch geht diesen Fragen nach, aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven und aufgrund der Erfahrungen aus verschiedenen pädagogischen Handlungsfeldern.

Helga Theunert (Hrsg.)
Medienkinder von Geburt an
Medienaneignung in den ersten sechs Lebensjahren
Schriftenreihe Interdisziplinäre Diskurse Band 2,
München 2007, 157 Seiten
ISBN 978-3-86736-007-4
14,80 EUR

Band 1 2006 – Bilderwelten im Kopf

81-5Ob wir uns unterhalten lassen oder uns informieren, ob wir lernen oder arbeiten – visuelle Anmutungen sind vielfach und vielgestaltig präsent. Die Frage, wie Kinder und Jugendliche sich mediale Bilderwelten aneignen, hat entsprechend hohes Gewicht für pädagogisches Handeln.

Wie gestalten sich Prozesse der visuellen Wahrnehmung, z.B. beim Fernsehen? Was geschieht beim Navigieren in den virtuellen Welten der Computerspiele? Wodurch zeichnet sich das Gestalten mit visuellen Symbolsystemen aus, z.B. beim Erstellen von Homepages? Mit Fragen wie diesen befasste sich die Tagung „Bilderwelten im Kopf. Interdisziplinäre Zugänge“, die Ende 2005 in München stattfand.

Dieser Band, der die Reihe „Interdisziplinäre Diskurse“ eröffnet, systematisiert die Antworten aus den Disziplinen Medienpädagogik, Pädagogische Psychologie, Neurowissenschaft, Entwicklungspsychologie
und Linguistik sowie aus den Handlungsfeldern
Schule und Jugendmedienschutz. Dieser interdisziplinäre Diskurs über mediale Bilderwelten, in denen Kinder und Jugendliche heute zu Hause sind, setzt ein Gegengewicht
zu populistischen Interpretationen und Hysterisierungen. Er vertraut auf den sachlichen, sachkundigen und respektvollen Austausch über das Wissen, das unterschiedliche Disziplinen zur Frage der Bedeutung medialer Bilderwelten im Leben von Kindern und Jugendlichen beizutragen haben.

Hierüber lassen sich die Handlungsnotwendigkeiten für pädagogische Intervention und Prävention sowie für wissenschaftliche Vertiefung konturieren und ihre Realisierung fundiert einfordern.

Helga Theunert (Hrsg.)
Bilderwelten im Kopf
Interdisziplinäre Zugänge
Schriftenreihe Interdisziplinäre Diskurse Band 1
München 2006, 139 Seiten
ISBN 978-3-938028-81-0
14,80 EUR