Rudolf Kammerl „Bildungserfolge und -übergänge in der Adoleszenz“

Die Entwicklungsphase Adoleszenz ist von umfassenden Veränderungen für die Heranwachsenden geprägt. In einem umfasserenderen Bildungsverständnis kann die Bewältigung der Entwicklungsaufgaben als Bildungsaufgabe verstanden werden – die neben der schulischen Bildung (formale Bildung) zu meistern ist.

Gerade in Deutschland sind formale Bildungsabschlüsse für den weiteren Lebenslauf sehr bedeutsam. Vielfach belegt ist, dass für den formalen Bildungserfolg aber nicht nur Leistung sondern der sozioökonomischen Status der Herkunftsfamilie entscheidend ist. (Einige Mechanismen werden im Vortrag vorgestellt).

Unterschätzt wird aktuell aber auch der Einfluss des sozio-emotionalen Klimas der Herkunftfamilie. Er zeigt sich, dass diesem Faktor ein nahezu ähnlich hoher erklärender Anteil für den formalen Bildungserfolg zukommt, wie dem sozioökonomischen Status.

rudolfkammerl15Rudolf Kammerl ist Leiter des Instituts für Lerninnovation in Fürth und Inhaber des Lehrstuhls für Pädagogik mit Schwerpunkt Medienpädagogik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
Er hat an der Universität Regensburg studiert (Abschluss Diplom-Pädagogik 1994) und nach dem Studium dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter beschäftig. Von 1996 an war Herr Kammerl an der Universität Passau am Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik tätig, wo er 1998 promoviert wurde. 2004 habilitierte er sich mit einer Arbeit zu „Internetbasierte Kommunikation und Identitätskonstruktion. Selbstdarstellungen und Regelorientierungen 14- bis 16-jähriger Jugendlicher“. Von 2005 bis 2007 vertrat er eine Professur an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. 2008 wurde er als Professor für Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Medienpädagogik an der Universität Hamburg berufen. Weitere Rufe folgten 2010 (PH Weingarten), 2014 (PH Linz) und 2016 (FAU Erlangen-Nürnberg). Seit dem Wintersemester 2016 leitet er an der Universität Erlangen-Nürnberg den Lehrstuhl für Medienpädagogik und das Institut für Lerninnovation. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen: Mediensozialisationsforschung. Mediendidaktik und Medienbildung im Kontext digitaler Medien. Hierzu liegen mittlerweile über 130 Publikationen vor.
Aktuelle Projekte sind u.a. das DFG-Projekt „Verläufe exzessiver Internetnutzung in Familien“, und das Projekt „Digitales Lernen Grundschule“. Nähere Informationen unter: http://www.paed2.phil.uni-erlangen.de/index.shtml

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