Stephan Dreyer „Vorgeschmack auf das Erwachsensein: Von der Kindheit zur Jugend im Recht“

Kindheit ist auch aus rechtlicher Sicht ein besonders schutzbedürftiger Lebensbereich, dem eine besondere Stellung zukommt. Die gesetzliche Architektur dieses Schutzraumes basiert auf einer komplexen Gemengelage aus den Grundrechten der Kinder und der Erziehungspersonen einerseits und den Staat treffenden verfassungsrechtlichen Schutzpflichten andererseits.  Mit Eintritt in die Jugend verändern sich die Prämissen der Ausgestaltung dieser Schutzzone, der Gesetzgeber muss den Übergang in die nächste Entwicklungsphase rechtlich begleiten.

Nach einem kurzen Überblick über die Rechtsdogmatik kindes- und jugendbezogener Vorschriften im Straf- und Zivilrecht verdeutlicht der Beitrag anhand praktischer Beispiele aus dem Medien(rechts)alltag, wie sich Recht und rechtliche Maßstäbe für Jugendliche verändern – und warum sie vom Recht eher als kleine Erwachsene und nicht als große Kinder behandelt werden.

 

stephandreyerStephan Dreyer ist Senior Researcher am Hans-Bredow-Institut und dort seit 2002 tätig. Zuvor hat der Diplom-Jurist Rechtswissenschaften mit dem Schwerpunkt Information und Kommunikation an der Universität Hamburg studiert. Sein Forschungsinteresse gilt dem Recht der neuen Medien, insbesondere rechtlichen Fragestellungen im Schnittbereich von Jugendschutz, Datenschutz und Verbraucherschutz, sowie den Herausforderungen, denen sich rechtliche Steuerung angesichts neuer Technologien, Angebotsstrukturen und Nutzungspraktiken gegenüber sieht. Tätigkeitsschwerpunkte am Institut sind neben dem Jugendmedienschutz Untersuchungen zu den Möglichkeiten, Fragen und Grenzen der Steuerung durch Technik und Informationspflichten. Zudem führt er steuerungswissenschaftlich orientierte sowie komparative Untersuchungen von Systemen und Instrumenten medienbezogener Governance durch.

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